Ich bin für nichts mehr empfänglich. Meine Gefühle liegen als malträtierte, blutige Gewinde im Niemandsland meiner Seele herum, mein Verstand ist abgestumpft und müde.
Mein Leid übersteigt längst das aushaltbare Maß an Extremität. Es ist gar kein Leid mehr und schert sich nicht darum, was es sonst ist. Selbstmitleid, Depression ... Jeder Versuch von Ahnungslosen, ihm einen Namen zu geben, stößt weder auf Zustimmung noch auf Ableugnung in mir. Solche Kategorisierungen sind zu unbedeutend, zu leer und zu weit entfernt von meinen tatsächlichen Empfindungen.
Ich brauche stärkere Reize, als ich sie mir verschaffen darf. Gedanklich reiße ich mir die Haare aus, bohre mir die Fingernägel in die Augäpfel, kratze und beiße mir jede Stelle meines Körpers blutig, die ich erreichen kann und brülle so laut, dass mein Hals brennt.
Doch ich weiß, dass ich niemals im wirklichen Leben meine zornige Stimme erheben darf. Du wusstest das nicht. Deshalb musstest du sterben. Du zerstörtest mit deinen Ausbrüchen alles, was dir wichtig war, bis dir als letzte Steigerung zum Ausdruck deiner unermesslichen Pein nur noch der Tod blieb.