Ich mag den Winter, mag den Schnee. Er bedeckt diese schmutzige Welt wie selbstverständlich, ganz urteilslos mit feinen, weißen Flocken, sodass sie in schönster Reinheit erstrahlt.
Wir entweihen sie zwar, hinterlassen unsere dunklen Spuren in dieser glitzernden Pracht, doch wenn es erneut schneit, sind sie nicht mehr zu sehen. Es ist, als wären wir nie da gewesen, als würde der Winter uns verzeihen und unsere Fehltritte liebevoll bereinigen ...
Zumindest war es sonst stets so. Dieses Jahr hingegen wurde es, kaum dass schmutzige Schuhabdrücke den Schnee seiner Perfektion beraubten, so kalt, dass es nicht nochmals schneien konnte. Stattdessen gefror der ganze Dreck und bleibt somit sichtbar.
Betrübt ging ich heute spazieren und bemerkte dies.
Ich frage mich, ob die Gesellschaft wohl auch einfach zu kalt ist, um Fehler vergeben zu können.